Teiche vom Schäferhof/Appen

Aktionsmonat Naturerlebnis

Die meisten Informationen dieser Seite sind Notizen vom Informationsabend zu den Amphibien und Reptilien in Appen, der Ende Mai 2019 im Café des Schäferhofs stattfand.

Mehr zum Informationsabend im Blog-Beitrag aus dem Mai.

Fang in den Reusen

Eine wirklichen Einblick in die Amphibien eines Teiches erfordert, dass man (schonende) Fangmethoden einsetzt. In diesem Fall wurden die Reusen fachgerecht eingesetzt, da der Amphibienbeauftragte selbst den Informationsabend durchführte.

Teichfrösche

Die zu den Grünfröschen gezählten Teichfrösche bleiben den ganzen Sommer am Wasser. Es sind die Frösche der Zeichnung in den Kinderbüchern.

Grasfrösche

Der zu den Braunfröschen gezählte Grasfrosch dagegen verlässt nach dem Laichen im frühen Frühjahr die Wasserstellen wieder und lebt den Rest des Jahres in feuchter Vegetation.

Teichmolche

Die Teichmolche waren in den Reusen viel häufiger als die Teichfrösche. Mohrdieck konnte an den Tieren gut die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen erläutern. Die dicken Bäuche der Weibchen zeigten an, dass die Eiablage noch erfolgen soll. Die Fleckung auf der Bauchseite ist beim Männchen größer und ausgeprägter. Jedes erwachsene Männchen behält sein Leben lang das Fleckenmuster. Man kann die Männchen im nächsten Frühjahr anhand der Passfotos wiedererkennen.

Erdkröte

Relativ häufig ist in Appen die Erdkröte. An diesem Abend im Mai gab eine einzelne, schwarze, fleckenlose Kaulquappe Zeugnis davon, dass im März wirklich Erdkröten hier am Teich gelaicht haben.

Andere Tiere in den Reusen

Einige große, bewegliche Insekten waren in den Reusen. Die meist über 3 cm langen schlanken Tiere erwiesen sich beim näheren Hinsehen als Larven von Libellen und Käfern.

Auch verschiedene erwachsene Wasserkäfer und große und kleine Rückenschwimmer waren in den Netzen.

Die Posthornschnecke, flach aufgerollt wie ein Teller war die häufigere Schnecke in den Reusen. Eine Schlammschnecke mit spitz zulaufendem Gehäuse war ebenfalls mehrfach da. 1

Biotopmanagement für die Amphibien

Schaffung der Teiche im Jahr 2013

Mit Fördergeldern aus Europa konnten auf dem Gelände des Schäferhofs vor sechs Jahren fast ein Dutzend Teiche geschaffen werden. Eine Bestandsaufnahme der Amphibien in den neuen Teichen fand 2017 statt, durchgeführt vom Jörn Mohrdieck und Helfern aus der NABU-Gruppe Wedel.

Zielkonflikte im Biotop

Für die Kaulquappen der Amphibien ist es gut, wenn die Teiche, in denen die Tiere laichen später im Sommer trocken fallen. Natürlich erst dann, wenn die Kaulquappen ihre Entwicklung zu den vierbeinigen jungen Erwachsenen Tieren abgeschlossen haben. Denn mit dem Austrocknen sterben die Fische, Libellenlarven und weitere Prädatoren in dem Kleingewässer ab. Das steht naturgemäß in Konflikt mit den Libellenfreunden. Ein solcher Teich kann gut von einem Dutzend verschiedener Libellenarten zur Fortpflanzung genutzt werden.

Mehr zu den Libellen an diesen Teichen

Kleingewässer sind in der heutigen Landschaft selten. Das Vieh steht nicht mehr auf der Weide. Wenn es noch auf der Weide steht, wird meist vom Landwirt täglich Wasser zur Weide transportiert. Eine Viehtränke in der Form eines wassergefüllten Teichs ist kaum noch zu finden. Und die großflächige mechanische Bearbeitung des Bodens erfordert, dass das Gelände weitgehend flach ist. Dafür werden wassergefüllte Bodenmulden verfüllt. Auf diese Weise wird es eng für Amphibien und für Libellen. Platz für Vielfalt ist wünschenswert.

Beweidung durch Robustrinder

Rund um die Amphibienteiche weiden das ganze Jahr über Hochlandrinder. Diese Tiere halten die Vegetation rund um die Teiche und auch in den Teichen kurz. Das ist für die Amphibien wichtig, die freies, sonnenbeschienenes Wasser brauchen.

Eine Zusatzaufgabe der Rinder sei noch genannt: die großen Tiere halten Badegäste und Störer von den kleinen Gewässern fern.

Vier Amphibien in Appen

Aktuell leben in Appen bis zu vier Amphibienarten, in Schleswig-Holstein werden bis zu fünfzehn Amphibienarten gefunden. J. Mohrdieck zitiert den Artenschutzbericht aus Paris. Amphibien sind prozentual viel gefährdeter als Vögel. Da diese Lurche versteckter leben, ist ihr Rückgang unauffälliger. Vermutlich werden die Amphibien stärker unter der Klimaerwärmung leiden als die Vögel, denn sie können als erdgebundene und feuchtigkeitsliebende Tiere schlecht ausweichen, wenn es trockener wird.

Die ehemaligen …

Wechselkröte, Knoblauchkröte und Rotbauchunke sind in den vergangenen Jahren aus dem Raum Wedel/Appen verschwunden

Amphibienatlas für Schleswig-Holstein

Ein Verbreitungsatlas für die Amphibien und Reptilien liegt für Schleswig-Holstein vor. Die Downloadversion ist aus dem Jahr 2005. Aktuell gibt es in Schleswig-Holstein fünfzehn Amphibienarten und sieben Reptilienarten.

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